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29.05.17 Verlag Nürnberger Presse

Viele Traumautos bei Spalter Oldtimer-Rallye

Erste für die Sternstunden des Bayerischen Rundfunks — Bauer im Porsche

SPALT - Sie kommt, will einen "Caddy" und bekommt ihn auch. Mehr noch: Brigitte Walbrun, bekannt als Rosi aus der Fernsehserie "Dahoam is dahoam", darf mit der Startnummer eins losfahren bei der ersten Spalter Benefiz-Oldtimer-Rallye für die Sternstunden-Aktion des BR. Los geht es vor dem Kornhaus. Dort finden sich zahlreiche weitere Prominente ein, um sich für den guten Zweck in die Oldtimer zu schwingen, die den Augen nur so schmeicheln. 

Auf Hochglanz poliert waren die Schmuckstücke, die bei der Benefiz-Oldtimer-Rallye für den guten Zweck durch das Spalter Hügelland rollten. Zahlreiche Promis nahmen als Beifahrer mit Platz in den Autos, um die "Sternstunden" des Bayerischen Rundfunks zu unterstützen. 01.06.2017 © Jürgen LeykammAuf Hochglanz poliert waren die Schmuckstücke, die bei der Benefiz-Oldtimer-Rallye für den guten Zweck durch das Spalter Hügelland rollten. Zahlreiche Promis nahmen als Beifahrer mit Platz in den Autos, um die "Sternstunden" des Bayerischen Rundfunks zu unterstützen. 01.06.2017 © Jürgen Leykamm

Als Beifahrer sind die aus Funk und Fernsehen bekannten Damen und Herren eine beliebte, zusätzliche Zierde. So mancher von ihnen entdeckt vor der monumentalen Kulisse des "HopfenBierGut" auch sein persönliches Traumauto wieder.

Wie etwa Ernst Hannawald, der zielsicher auf einen Rolls Royce Cabrio zusteuert. "Einfach traumhaft", schwärmt der unter anderem in "Die Rosenheimcops" mitspielende smarte Mittfünziger, "in einem solchen Wagen bin ich als Jugendlicher mitgefahren". Vor einigen Jahren war er auch im Film "Dampfnudelblues" zu erleben. Auch in der Serie "Irgendwie und sowieso" von 1986 spielte er mit. Ein Schicksalsjahr für Hannawald, dessen Lebensgefährtin sowie ein Freund damals bei einem Autounfall starben, den der Schauspieler als einziger überlebte. Wären sie in einem stabilen Rolls Royce gefahren, "würden alle noch leben", sagt Hannawald nachdenklich.

Was den Blick auf den Sinn der Sternstunden-Aktion lenkt, die Menschen helfen will, die es im Leben schwer haben. Das ist aller Unterstützung wert, dachten sich Stefan von Heyden, Harald Stengel und Harald Spachtholz. Und riefen zusammen zur ersten Benefiz-Oldtimer-Rallye für den guten Zweck auf. "Schön, dass es auch Petrus gut mit uns meint", sagt von Heyden im Interview, als es soweit ist. Beim Treffen mit Sternstunden-Geschäftsführer und Initiator Thomas Jansing sei dieser gleich begeistert von der Idee gewesen.

Die Werbetrommel für das Projekt hat von Heyden dann unter anderem bei der Vorstadt-Hochzeit in München gerührt. Bei dem Künstlerball sagten gleich drei Schauspieler aus "Dahoam is dahoam" zu. Neben Brigitte Walbrun auch Lucas Bauer, der sich genüsslich neben einer BMW R 42, einem Motorrad aus dem Jahr 1928, postiert. Es gehört Günter Weigelmeier aus Röttenbach. Schon als Teenager fuhr er damit durch die Spalter Hügellandschaft, damals war das Bike noch im Besitz seine Freundes, der mittlerweile verstorben ist. Das Zweirad hält die Erinnerung an eine gute Zeit wach.

In Spalt ist Bauer das erste Mal, lernt die Stadt aber schon vor dem Start gut kennen: "Wir haben uns einige Male verfahren," verrät er, "aber hier ist es wirklich sehr charmant, ich bin sehr entzückt." Kollege Holger Wilhelm nickt zustimmend. Ein Oldtimerfan, seitdem er im Jaguar des Onkels gesessen hat. Wilhelm selbst fuhr sogar mal einen "Caddy". Allerdings steht der Spitzname in diesem Fall für einen Opel Kadett und nicht für einen Cadillac, für den sich Brigitte Walbrun begeistern kann. Als sie mit Wilhelm eines der Schnauferl berührt, sind beide bemüht, mit Kleid beziehungsweise Hemd gleich wieder nachzupolieren.

Walbrun weiß, wie viel Arbeit die Gefährte machen. Sie fuhr mal ein altes Golf Cabrio – zwei Jahre bedurfte es der Restauration. Umso mehr schätzt es das Trio von "Dahoam is dahoam", dass es in einem Alfa Romeo Giulietta Platz nehmen darf. "Er kam 1962 von Mailand ins Frankenland", erklärt den Dreien das Besitzerpärchen Carola und Clemens Lubowski aus Schwabach.

Viele Geschichten ranken sich um die Oldtimer. Einen solchen aus dem Jahre 1961 etwa bekam eine Fahrerin gleichen Jahrgangs einst als Abiturgeschenk. Nun ist sie in Spalt damit am Start. So diktiert es Stefan von Heyden in die BR-Mikrofone. Eigentlich ist er trotz seiner eigenen Schauspielerfahrung bei den Spalter Sommernachtsspielern richtig aufgeregt. Sagt er vor dem Interview – währenddessen ist davon nichts zu spüren. Vielleicht half der Tipp Hannawalds: "Entspann Dich, Stefan, einfach atmen!" Das erste Wort baut von Heyden gleich in seine Antwort auf die Frage ein, warum Oldtimer-Rallyes so schön sind: "Man fährt entspannt los und kommt entspannt an!"

Ganz leger beweist derweil Cornelia Corba, die in über 100 Fernsehproduktionen zu sehen ist, ihre Qualitäten als Fotomodell und räkelt sich an der Motorhaube eines Mercedes 600 Pullmann Landaulet, wie ihn einst auch der Papst fuhr. Noch älter ist übrigens "Bonnie" vom gleichen Autobauer: ein 170er Diesel aus dem Jahr 1952, mit dem der Hilpoltsteiner Ralf Gnatzy vorfährt.

Da kann sogar der Porsche vom Landtagsabgeordneten Volker Bauer nicht mithalten, der als Schirmherr zum Startschuss das Wort an Teilnehmer und Besucher richtet. Es ist ja auch ein Porsche junior, also ein Traktor. Für den Start einer solchen Oldtimer-Fahrt gäbe es "keinen schöneren Platz im Landkreis" (Bauer) als das Kornhaus, wo Moderator Martin Cernan die Gefährte vorstellt, bevor sie sich zur Fahrt ins Spalter Hügelland aufmachen. Dabei gibt es zahlreiche lustige Prüfungen zu bewältigen. Es wird ein voller Erfolg. Van Heyden ist begeistert und kündet an: Eine solche Spalter Benefiz-Rallye "gibt es vielleicht nochmal." 

JÜRGEN LEYKAMM

 


07.02.16 tz München

Münchner Schauspieler Hannawald: Eine Nacht veränderte sein Leben

Hannawald steht vorm Wirtshaus im Schlachthof, wo die Serie „Zur Freiheit“ gedreht wurde.© fknHannawald steht vorm Wirtshaus im Schlachthof, wo die Serie „Zur Freiheit“ gedreht wurde.© fkn

München - In jedem Leben gibt es Schicksalstage. Momente, die alles für immer verändern. Manchmal zum Guten, manchmal zum Schlechten. Bei Ernst Hannawald ist es eine laue Sommernacht im Jahre 1986.

Kurz nach Mitternacht fährt der damals 26-jährige Schauspieler in seinem VW ­Polo die Leopoldstraße entlang. Es herrscht hektisches Treiben, die Stadt pulsiert. Neben ihm sitzt seine Freundin Lucia im Wagen, hinten sein Kumpel Robert und dessen Partnerin Barbara. Die jungen Leute wollen in den Liveclub Domizil. „Aber wir haben keinen Parkplatz gefunden“, erzählt der heute 56-Jährige. Plötzlich fährt auf der Gegenseite ein Auto aus einer Bucht. „Da! Nimm den!“, rufen alle. „Festhalten“, schreit Ernst und reißt das Steuer herum, mitten auf der Leo legt er eine 180-Grad-Wende hin. „Als nächstes habe ich das Knirschen von Metal gehört, weil dieser BMW von hinten voll in uns reingeschossen ist.“ Er spürt noch wie die Scherben der Windschutzscheibe auf ihn herabrieseln. Dann wird alles dunkel. Lucia, Robert und Barbara sind sofort tot. Genickbruch.

Fast genau 30 Jahre ist da nun her – und dennoch fällt es Ernst Hannawald noch immer schwer, über die damalige Nacht zu sprechen. Nein – er war nicht betrunken. Keine Drogen. Ein Blick in den Polizeibericht von einst beweißt das. „Wir waren alle vorher im Kino und wollten noch ein bisserl feiern“, erinnert er sich. „Ich hätte da nicht wenden dürfen. Nie.“ Bei diesen Worten blickt er zu Boden. „Meine schweren Drogen-Probleme, meine Aussetzer – das kam ja erst später. Nach dem Unfall“, fügt er noch leise an.

Wenig Rollen und doch sehr bekannt

Die Geschichte von Ernst Hannawald – es ist eine Geschichte über Erfolg und Ruhm, über Angst und Absturz. Es gibt wohl keinen Schauspieler, der (im Vergleich zu seinen Kollegen) so wenige Rollen gespielt hat und doch so bekannt ist. Woran das liegt? Als Grund nur die Skandale anzugeben – nein, das ist zu simpel. Hannawald ist und war immer ein hervorragender Schauspieler. Mit etwas, was vielen fehlt: Ausstrahlung. Seine Figuren nimmt ihm jeder ab, sie brennen sich regelrecht ein. Dafür lieben ihn viele Bayern. Noch heute rufen ihm Leute im Biergarten zu: „Hey Solo, setz dich doch a bisserl zu uns‘!“ Solo – das war seine Paraderolle in Franz Xaver Bogners Kultserie Zur Freiheit Ende der 80er. Er, der plötzlich reiche Zocker, der das ganze Schlachthofviertel kauft. Klar – Ruth Drexel, Toni Berger, Otti Fischer waren die Hauptfiguren in der Wirtschaft an der Zenettistraße. Aber jeder Auftritt von Hannawald war ein Höhepunkt: Kenner vergessen die Szene nie, wie er sich als James Dean für den Faschingsball verkleidet. Er steht nur da – im T-Shirt und von oben bis unten mit Motoröl verschmiert „James Dean, verstehst? Giganten! Verstehst?“ Legendär – und typisch Hannawald.

„Wir alle wohnten damals sogar direkt in der Gaststätte. Im ersten Stock haben wir uns die Zimmer geteilt“, erinnert sich der Künstler an die Dreharbeiten und deutet auf eins der Fenster über ihm. „Jeder ist voll in seiner Rolle aufgegangen. Ich glaube, deswegen ist das so ein Kultding geworden.“ Und dann fügt er an: „Solche Serien gibt es ja gar ned mehr. Eigentlich sollte der Bogner Zur Freiheit, Teil zwei machen. Das wär’s.“

Dreharbeiten trotz schwerster Zeit seines Lebens

Wahrscheinlich wär’s das. Aber mit den Dreharbeiten damals beginnt auch die schwerste Zeit im Leben des Schauspielers. „Der Unfall ließ mich nicht los. Ich habe mir jeden Tag Vorwürfe gemacht – und hab stundenlang daheim in mein Kissen geheult.“ Ernst beginnt zu saufen. Immer mehr. „Das sieht man schon bei Zur Freiheit. Da schau ich in manchen Szenen echt aufgeschwemmt aus.“ Immer wieder schießen ihm die selben Fragen durch den Kopf: Warum habe ich überlebt? Warum mussten die anderen sterben? „Das frisst an dir. Der Schmerz ist unbeschreiblich.“ Hannawald versucht, die Dämonen loszuwerden, endlich wieder frei sein zu können. Vergeblich. Obwohl ihm das Gericht an dem Unfall nur eine Teilschuld gibt, Hauptschuld trägt der BMW-Fahrer, der mit über 90 Stundenkilometer in den Polo knallte. „Nein, das war kein Trost.“ Ernst schnupft Kokain, später auch Heroin. Er hat Depressionen. „Ich habe alles eingeworfen, was dir irgendwie den Kopf frei macht, diese Erinnerungen auslöscht.“

Die Folgen sind klar: Immer weniger Rollen werden ihm angeboten. „Hervorragender Schauspieler, der aber oft zugedröhnt ist“, heißt es in der Branche. Ein paar Nebenrollen im Tatort, im Derrick – das war’s. 1997 zeigt der Münchner noch mal, was er kann: In dem TV-Zweiteiler Mali glänzt er neben Christine Neubauer in der Hauptrolle. „Das war ein toller Film“, sagt er stolz.

Januar 1998: der Totalabsturz

Im Januar 1998 kommt der Totalabsturz: Hannawald hat kein Geld mehr, um seine Dealer zu bezahlen. „Da habe ich entschieden: Ich überfalle eine Bank!“ Er besorgt sich einen Gasrevolver, setzt sich eine Sonnenbrille auf und marschiert zu seiner Hausbank. „Ob ich erkannt werde, war mir völlig egal. Ich war so verzweifelt.“ Da die Waffe ungeladen ist, kann niemand verletzt werden. „Der ganze Überfall ist abgelaufen wie ein Hallervorden-Sketch“, erzählt der 56-Jährige. Er geht also zum Schalter, deckt seine Waffe mit der Jacke ab und sagt zu dem Angestellten: „Gib mir das Geld. Alles!“ Doch der Bedrohte nimmt die Situation nicht ernst. „Leg die Waffe weg“, entgegnet er.

Hannawald entscheidet sich, etwas bedrohlicher zu werden. Er wiederholt seine Worte. „Und dann habe ich ein ‚Du Drecksau‘ rangehängt.“ Der Mann gibt ihm mehrere Bündel Bares. Das Problem: Räuber Hannawald hat eine uralte Jacke an. „Die hatte in den Taschen Löcher. So sind beim Rausgehen immer wieder Scheine rausgefallen.“ Eine alte Frau, die von der Tat nichts mitbekommen hat, sieht das und ruft ihm nett zu: „Hallo, Sie verlieren ihr Geld!“ Hannawald murmelt: „Passt schon“, und türmt. „Als ich daheim war, hatte ich alles verloren. Bis auf 500 Mark.“

Also zieht er gleich wieder los, überfällt eine weitere Bank. „Da wardie Polizei aber gleich da und hat mich festgenommen!“ Ob er es darauf gar angelegt hatte? „Hmm, könnte sein. Ich wollte jedenfalls raus aus meiner Situation. Der Knast war für mich schon eine Art Rettung.“ Zu fünf Jahren wird er verurteilt. Ein halbes Jahr sitzt er in Stadelheim – dann kommt er in die Psychiatrie nach Haar. Der Entzug klappt. „Das war ein neuer Start.“ Nach zwei Jahren ist er wieder ein freier Mann. Gute Führung. Logisch – die Karriere ist zu diesem Zeitpunkt am Ende. Einen Bankräuber engagieren? „Nein, lieber nicht“, denken sich viele Studios. Bis auf ein paar wenige Nebenrollen tut sich wenig. Doch Hannawald will nicht aufgeben, der Beruf ist seine Passion. Wer ihm beisteht, ist seine Frau Maria. „Sie ist mein Schatz. Meine Retterin. Ohne sie hätte ich das alles eh nicht überlebt“, stellt er fest. „Als ich sie kennenlernte, war ich endlich mal zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“

Heute lebt Ernst Hannawald in Gern, ist mit sich und seinem Leben im Reinen. Es geht auch wieder aufwärts. Man denke nur an Dampfnudelblues. Der Krimi wird 2013 zum Riesen-Erfolg und der sensible Künstler begeistert als zwielichtiger Mordverdächtiger. Es war wieder ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, weg vom Image des ewig Abgestürzten – und hin zur echten Freiheit.

Der Jungstar der 80er

Ernst Hannawald wird 1959 in Haidholzen (nahe Rosenheim) geboren. Er wächst mit 13 Geschwistern auf. Weil die Eltern mit so vielen Kindern völlig überfordert sind, kommt er als Bub ins Waisenhaus. Im Alter von 17 Jahren wird der hübsche Teenager von Wolfgang Petersen (Das Boot, Die unendliche Geschichte) für dessen Film Die Konsequenz entdeckt. Das homosexuelle Liebesdrama, in dem Hannawald neben Jürgen Prochnow spielt, wird ein internationaler Erfolg. Später spielt der Jungstar dann unter anderem in den Serien Irgendwie und sowieso (1986) und Zur Freiheit (1987 bis 1988) von Kultregisseur Franz Xaver Bogner mit. Der engagiert ihn noch heute für Rollen in München 7.

Armin Geier

 


 

02.08.2013 - Cineplex-Kino/Erding, Interview mit Ernst Hannawald bei der Premiere des Films „Dampfnudelblues"

Bayerische Kultserien: Der Film „Dampfnudelblues“ war schon am Filmfest in München ein großer Erfolg und der erste Film, der sofort ausverkauft war. Hatten Sie vorher eine Ahnung, dass er so gut ankommen würde?

Ernst Hannawald: Nein, woher hätte ich das wissen sollen?  

B K: Vielleicht bekommt man beim Drehen ja schon ein Gespür dafür…

E H: (lacht) Das wär geil, dann könnte ich richtig viel Geld verdienen, wenn ich das vorher wüsste!  Ich würde das dann so verbindlich weitergeben und der Produzent würde mich persönlich Huckepack zum Kino tragen, wenn ich ihm schon vorher sage: „Das wird ein Kassenknüller!“. 

B K: Manchmal merkt man aber doch bestimmt ob ein Film gut wird, oder?

E H: Das kann man vorher nicht wissen. Mittlerweile habe ich 40 Jahre Erfahrung mit großen und kleineren Filmen, in denen ich Hauptrollen, kleinere Rollen und tragende Rollen gespielt habe. Mit den Serien zusammen sind es an die 165 Filme, bei denen ich sogar die Serien mit dazu zähle. Bei keinen dieser Produktionen wusste ich vorher ob es erfolgreich wird. Auch nicht bei meinem ersten Film „die Konsequenz“, der noch vom leider schon verstorbenem Bernd Eichinger produziert wurde. Natürlich sagten wir uns „das was wir da machen ist einzigartig und spannend!“ (Es war ein TV-Drama um eine Männerliebe, das der Bayerische Rundfunk 1977 noch boykottierte) und auch am Set hat man durch viele Fragen der Journalisten gemerkt, dass da etwas Riskantes entsteht, aber ob es was Gutes wird wussten wir nicht. 

 

B K: Der Regisseur bei „Die Konsequenz“ war ja Wolfgang Petersen. Ein Thema das damals wirklich noch für viel Aufsehen sorgte…

E H: Eigentlich wurde er fürs Fernsehen produziert und der BR hing da ja mit drin. Scheinbar haben die aber vorher das Drehbuch nicht wirklich gelesen, denn als der Film fertig war und den Verantwortlichen vorgeführt wurde, haben die sich ausgeklinkt. Das ist eine witzige Geschichte, denn am Tag der geplanten Ausstrahlung sind wir alle erwartungsvoll vor dem Fernseher gesessen. Als es losgehen sollte, verkündete die Sprecherin „Es tut uns leid, aber wir müssen ihnen leider mitteilen, dass aus Gründen der Rechtsverbindlichkeit im Sinne der Diskriminierung von FRAUEN(!) dieser Film in einem Rechtsstreit eine einstweilige Verfügung erfahren hat und wir ihn deshalb nicht zeigen können. Wir zeigen ihnen stattdessen „Den Sternsteinhof“ von …“. Die Diskriminierung von Frauen bezieht sich auf eine einzige Szene im Film mit einem Mädchen und war eigentlich eine verrückte Begründung. 

B K: Lassen Sie uns nochmal auf „Dampfnudelblues“ zurückkommen. Dort spielen Sie ja mit Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Stephan Zinner, Max Schmidt…

E H: …und dem wunderbaren und einzigartigen Eisi Gulp nicht zu vergessen!

B K: Den hab ich jetzt mal absichtlich außen vor gelassen, denn die anderen aufgezählten Kollegen zählen eigentlich zu der neueren bayerischen Schauspielgeneration. Wie beurteilen Sie diese?

E H: Es ist hervorragend, unglaublich und ausgezeichnet was es für wunderbare und charismatische Schauspieler jetzt wieder in Bayern gibt. Allerdings kann man natürlich noch so gut sein, wenn man keine tollen Geschichten und Drehbücher hat, nützt auch das ganze Spielen nichts. Da muss ich jetzt schon auch die Autorin des Buches „Dampfnudelblues“ Rita Falk, sowie den Christian Zübert, der den Roman adaptiert hat, besonders hervorheben. Aber alle Beteiligten haben ganz tolle Arbeit bei diesem Film geleistet. Ed Herzog als Regisseur und Sebastian Edschmid an der Kamera. Das ist mir wichtig, denn gerade die Kameramänner werden oft vergessen und die machen so eine hervorragende Arbeit. In diesem Film besonders toll zu sehen bei dem Fußballspiel.

B K: Auf der anderen Seite haben Sie auch schon mit vielen großen bayerischen Namen vor der Kamera gestanden. Ich nenne jetzt bloß mal Ruth Drexel, Toni Berger, Elmar Wepper und Hans Brenner. Leider weilen ja viele schon nicht mehr unter uns. An wen haben Sie besonders gute Erinnerungen?

E H: Da will nicht niemanden explizit und einzeln hervorheben und auch keinen Regisseur vergessen. Es hat mir immer mit allen Kolleginnen und Kollegen Spaß gemacht und ich habe mit Allen gut und gerne zusammen gearbeitet. Bedauerlicherweise ist das bei mir alles schon 20 oder 30 Jahre her. Weil die Schauspielkollegen oder auch Regisseure damals auch schon 50 oder 60 Jahre alt waren, leben halt heute leider viele davon nicht mehr. Von den bayerischen Regisseuren muss ich natürlich unbedingt den Franz X. Bogner hervorheben. Das ist ganz klar und da führt kein Weg dran vorbei. „Irgendwie und Sowieso“, „Zur Freiheit“ und die erste Serie, die ich überhaupt gemacht habe „Zeit genug“  waren tolle Produktionen. Gerade zu „Irgendwie und Sowieso“ gibt es ja richtige Kultabende und Vorführungen…

 

B K: Und deswegen auch eine Seite wie unsere…

E H: Eben! Der Franz ist aber auch ein ganz besonderer Regisseur. Auch bei seinen neueren Serien wie „Der Kaiser von Schexing“ oder „München 7“ habe ich mitgespielt.

B K: Sind Sie ein besonderer Liebling von ihm?

E H: Naja, der Franz hat mich eigentlich wieder neu entdeckt. Nach „Die Konsequenz“ habe ich meinen ersten internationalen Film in Italien gemacht und im nächsten Jahr noch drei weitere Produktionen. Ich hatte nach den ganzen Dreharbeiten damals das Gefühl, dass die Filmwelt nichts für mich ist. Zu der Zeit hab ich dann schon in Holland gelebt und wollte eigentlich lieber Musik machen. Das war mein Traum. Ich spiele auch heute noch verschiedene Gitarrenarten. Irgendwie durch Zufall, wobei ich ja eher glaube das Dinge vorherbestimmt sind, bin ich später einem Redakteur des bayerischen Rundfunks im Biergarten begegnet. Dieser hat mich dann aufgrund einer neuen Serie von Franz X. Bogner angesprochen und hat den Kontakt zu ihm hergestellt, weil er mich unbedingt dabei haben wollte.

B K: Danach waren Sie eigentlich bei jeder Serie dabei…

E H: …und ich und der Franz hatten dann eigentlich ein  Riesenproblem, weil der Franz gesagt hat „Ernst, jetzt wirds dann echt schwierig, weil ich ja nicht immer Etwas mit dir besetzen kann.“ (lacht) Ähnlich wie bei Werner Herzog, bei dem man schon keinen Film mehr mit Klaus Kinski anschauen konnte. Wobei ich den wirklich als einen zwar wahnsinnigen, aber hervorragenden Darsteller halte. Unabhängig von seinen privaten durchgeknallten Geschichten, hätte ich, wenn man im Nachhinein Szenen vom Filmset sieht, auch nie mit ihm zusammenarbeiten können, wenn ich ehrlich bin.

B K: Werden Sie noch oft auf diese Kultserien angesprochen?

E H: Ständig und dauernd. (grinst) Gerade wenn ich hier in der Gegend unterwegs bin. Manche sagen dann auch nicht Herr Hannawald zu mir, sondern „Hey Willi krieg ich ein Autogramm?“ (die Figur aus „Zeit Genug“)(lacht) Aber auch oft auf den Film „Mali“, den ich damals mit der Christine Neubauer unter der Regie von Rainer Wolffhardt gemacht habe, werde ich oft angesprochen. Das Drehbuch kam übrigens von Willy Purucker, der auch die „Löwengrube“ geschrieben hat, bei der ich auch in zwei Folgen mitspiele. 

B K: Auch eine bayerische Kultserie…

E H: Die hat auch viele besondere Auszeichnungen gekriegt. Sollte man anschauen, wenn man sich für die Geschichte von Bayern und die Historie Münchens vor, während und nach dem Krieg interessiert. Hier sieht man warum und weshalb bestimmte Dinge entstanden sind. Zum Teil konnte da auch noch an original Schauplätzen gedreht werden. Andere haben Sie leider auf dem Bavaria-Filmgelände aufbauen müssen.

B K: Sie haben ja auch eine sehr ehrliche Autobiographie geschrieben, die ich übrigens sehr gut fand!

E H: Die dürfen sie auch gerne weiterempfehlen. Vor allem auch wegen meinem Buch, das hoffentlich bald erscheinen wird und wahrscheinlich den Titel „Traum oder Wirklichkeit“ tragen wird. Einen Erscheinungstermin gibt es allerdings noch nicht, weil das Veröffentlichen eines Buches heutzutage sehr schwer ist. Das war auch bei meiner Biographie „Das Leben ist kein Film“ so. Geschrieben habe ich diese schon vor 14 Jahren und promoted wurde das Buch vor ungefähr 10 Jahren. Es wurde sehr gut besprochen und ich wurde auch zu einigen Fernsehsendungen wie STERN TV oder zum Alfred Biolek eingeladen, aber die Verkaufszahlen hielten sich in Grenzen, da sich eine schwierige Biographie eben nicht so liest wie ein Roman. 

B K: Worum geht es in Ihrem neuen Buch?

E H: „Traum oder Wirklichkeit“ ist jetzt erst mal der Arbeitstitel. Ob es dann so heißen wird ist noch fraglich. Die Geschichte handelt von allen Hauptreligionen, das heißt vom katholischen Glauben, vom Buddhismus, dem Islam und vom Judentum. Alle diese vier Religionsstifter haben jeweils eine Kommunikation bzw. eine Konversation in den Träumen eines Hauptprotagonisten. Immer wenn der sich schlafen legt, knüpft es an sein Gespräch mit den Religionsstiftern an. Es geht dann um seine täglichen Erfahrungen und Ereignisse des Lebens, die ihn beschäftigen oder missfallen und aufregen. Da passieren dann ganz außergewöhnliche und skurrile Dinge. Insgesamt war das eine lange und harte Arbeit, weil ich mich, um einen Glauben zu hinterfragen, natürlich auch mit der Katholischen Kirche oder dem Islam beschäftigen musste. Das spannende ist, dass ich das Buch im Vorfeld vielen Bekannten aus allerlei Gesellschaftsschichten zu lesen gegeben habe und feststellen musste, dass es diese Personen entweder lieben oder total ausgerastet sind. Manche meiner Freunde, die dem katholischen Glauben angehören, haben mich tatsächlich aggressiv  angegangen: "Das geht nicht! Du kannst das so nicht schreiben! Das ist völlig aus dem Konzept genommen!". Es stehen nun mal Dinge in der Bibel, die man bei genauem Lesen so interpretieren muss. Aber da ist es egal welche Religion, die stehen sich gegenseitig in nichts nach.

B K: Hört sich an, als dürfe man sehr gespannt sein. Da wünsche ich jetzt schon mal viel Erfolg. Ich habe zum Abschluss wie immer noch die Frage welches Ihre bayerische Lieblingsserie ist...

E H: Die ich immer noch gerne schaue? "Münchner Geschichten", der Hammer! Oder eben den ewigen Stenz "Monaco Franze". Im Übrigen habe ich damals in dem Haus, in dem die Frau von Soettingen in der Serie ihr Geschäft hat und in dem immer gedreht wurde, gewohnt. Direkt unterm Dach in der Fürstenstraße 8, während unten zu der Zeit öfters gefilmt wurde. Bei der ersten Serie von Helmut Dietl "Münchner Geschichten", habe ich für den Laden "Tscharlies Tschiens" die Sterne ausgeschnitten und an das Schaufenster geklebt, weil ich damals im Alter von 14 Jahren in den Sommerferien dort volontiert habe. (lacht) Ich habe sogar die Jeans in die Regale eingeräumt. Mein Stiefvater war Aufnahmeleiter bei "Münchner Geschichten" und so habe ich sogar noch die Therese Giehse kennen gelernt und war dann mit ihr beim Kaffee trinken. Eine sehr nette alte Dame damals. 

B K: Eine nette Anekdote zum Schluss. Ich bedanke mich für das Gespräch.

E H: Ich sage danke.


 

Hamburger Fischmarkt Flair mit Ernst Hannawald, Wolfgang M. Prinz, Simone Petrov & Alex Grünwald


 

Drehstart für den neuen Provinzkrimi "Dampfnudelblues" nach dem gleichnamigen Bestsellererfolg. In weiteren Rollen spielen  Nadeshda Brennicke, Ernst Hannawald und Maria Hofstätter.


 

Bei der Benefiz-Premiere der bayerischen Kriminalkomödie „Dampfnudelblues“  ging der Eintrittspreis von 15 Euro komplett an die...


 

Bayerkrimmi kommt in die Kinos.....Sehen Sie exklusiv Trailer


 

Bayern schaltete aus

 

Regisseur Wolfgang Petersen in "Die Konsequenz" die Geschichte einer schwierigen Liebe: Im Gefängnis verliebt sich der homosexuelle Martin, verurteilt wegen "Verführung eines Minderjährigen", in den 16-jährigen Thomas, Sohn eines Aufsehers. ( Ernst Hannawald ).


 

Bayerischer, schwarzhumoriger Krimi nach dem gleichnamigen Roman von Rita Falk.

Dazu Schauspieler der Extraklasse: Simon Schwarz, Nina Proll, Lisa Maria Potthoff, Ernst Hannawald, Maria Hofstätter...


 
 

"Die Faust in der Tasche" von Max Wullitzki 1978

Mit Mut und Zuversicht geht alles besser, und ist die Lage noch so mies -- ein simples Rezept, das Max Willutzki mit seinem Film "Die Faust in der Tasche" zur Linderung einer sozialen Misere anbietet. In den Rollen u.a. Manfred Krug & Ernst Hannawald 


 

tz online vom 19.10.2009

...mit Franz Xaver Bogner hat Hannawald gerade 2 Folgen für die TV-Serie Der Kaiser von Schexing abgedreht, ein Kinofilm mit dem Titel Das sardonische Lächelnist ebenfalls schon im Kasten, und zudem erscheint im nächsten Jahr das zweite Buch des Autors Hannawald – nach der Autobiografie dieses Mal ein Roman.


 

Die Rosenheim Cops

Freier Fall -Korbinian Hofer bekommt personelle Verstärkung durch Christian Lind. Kaum ist der Neue angekommen, müssen die beiden den Mord an einem Bergsteiger klären. Ins Visier der Polizisten geraten die Ehefrau und ihr Bruder, Toni Reisinger ( Ernst Hannawald )


 

Promis bei Bachmaier
...da Weihnachtet's schon


 

 

Fernsehauftritte:

 

Moderator Frank Plasberg führt mit seinen Gästen persönliche Gespräche. In der 90minütigen Sendung ist Thema, was die Menschen bewegt.

WDR Sendung vom 03.August 2012


 

Sie sind exklusive Dinnerpartys gewöhnt, genießen auf VIP-Galas die köstlichsten Speisen und bekommen im Edelrestaurant von Profikellnern die erlesensten Weine serviert. Doch wie stellen sich Prominente selber als Gastgeber an? VOX schickt in der 90-minütigen Sendung 'Das perfekte Promi Dinner' vier Prominente an den heimischen Herd.

VOX-Sendung vom 31.05.2013


 

Bei Club der Köchinnen ist der deutsche Schauspieler und Autor Ernst Hannawald zu Gast. Er spielte vorwiegend in sozialkritischen Filmen mit. . Edith von Welser-Ude redet mit ihm über seine Vergangenheit. Gekocht wird diesesmal Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat. 

 

 

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